Ultraschallbild mit defektem Bereich

„Das Herz hat keinen grossen Schaden davongetragen, aber einen Marathon werden Sie nicht mehr gewinnen können“

 

Dieser Satz hatte Herr Dr. S. Kardiologe am Kantonsspital Frauenfeld zu mir gesagt, nachdem ich aus der Herzklinik zurück auf der Intensivstation in Frauenfeld war.
Ok, es war definitiv auch nicht mein Ziel das ich den Marathon, respektive den Halbmarathon gewinnen wollte. Das Ziel war eigentlich bevor die Zeitmessung in Frauenfeld abgestellt wurde, das Ziel zu erreichen.

Im Fussballtraining hatte mich mein Trainer darauf angesprochen, dass ich bei einem  12 Minuten-Lauf nicht gerade der schnellste bin und auch den älteren Generationen nicht gerade das Wasser reichen konnte. Dies war für mich die Motivation wieder mal etwas für meine Ausdauer zu machen. So konnte ich Andi, einen Kollegen überzeugen ab und zu mal den Vita-Parcours in Wil zu absolvieren. Irgendwann kam dann der Frauenfelder Halbmarathon ins Gespräch und wir beschlossen auf diesen hin zu trainieren.

Am 22. November 1992 absolvierte ich den Juniorenlauf Frauenfelder Militärwettmarsch. Frauenfelder Militärwettmarsch 22. Nov. 1992Damals liefen wir noch im Original rot-weissen Armee-Trainer und ich absolvierte den die 21 km in einer Zeit von 1:55:44.
Diese Zeit setzte ich für dieses Jahr als Ziel. Damit der Reiz auch etwas Grösser wurde und es auch etwas Gutes hatte, beschloss ich für jede Minute die ich länger hatte, 2.- Fr. an die schweizerische Krebsliga zu spenden.

Mit der Startnummer 8634 starteten wir den Halbmarathon um 12.45 Uhr in der Altstadt in Wil. Andi und ich waren der Meinung dass es für uns nicht ein Wettkampf sondern eine Bestätigung für unseren Trainingserfolg sein sollte und wir an diesem Lauf auch Spass haben sollten.
Bereits kurz nach dem Start hängten wir uns an eine Gruppe die mit jungen Läuferinnen und Läufer der Kanti Wil. Wir erfuhren, dass sie an einem Ausdauerprogramm teilnahmen und dieser Lauf ein Ziel dieses Programmes war. Wow, ich hätte mich wohl in diesem Alter wohl nicht für ein solches Projekt begeistern können. Darum Hut ab vor dieser Klasse die es zum Teil vor uns und mit uns im Ziel ankamen!
Unterwegs kannte ich etliche Zuschauer die uns Anfeuerten, uns Zuriefen und teilweise sogar die  „La Ola – Welle“ mit uns machten. Die Stimmung war auf dem ganzen Lauf sehr gut und es machte wirklich Freude, die 21 km zu absolvieren! Zusätzliche Motivation gab mir auch mein Laufkollege Andi. Ich konnte mich den ganzen Weg mit Ihm Unterhalten und als ich am Schluss nicht mehr so konnte, wartete er auch und marschierte mit mir.
Maya, meine Freundin wartete bereits in St. Margarethen auf uns mit einem Energie-Riegel und dem Fotoapparat…
In Lommis, nach dem ersten Anstieg erwarteten uns meine Eltern um zu sehen, ob ich nach ungefährer Rennhälfte überhaupt noch laufen möge. Bis zur 11km-Marke benötigten wir eine gute Stunde und es lief sich auch noch sehr locker. Wir konnten uns immer noch Unterhalten. Gegen den Schluss musste ich aber dann eingestehen, dass 21km doch eine ziemliche Distanz ist. Zwei Blasen an den Füssen machten das laufen auch nicht mehr einfacher…

Zieleinlauf in FrauenfeldNach 2 Stunden, 17 Minuten und 34 Sekunden passierte ich die Zeitmessung im Ziel in Frauenfeld! Ok, die Zeit ist vielleicht nicht sehr gut, aber ich bin echt Stolz auf den Zieleinlauf und das absolvieren des Halbmarathons! Schliesslich ist mein Herz auch nicht mehr im selben Zustand wie vor 16 Jahren…!

Und hier noch einige Zahlen und Daten des Frauenfelder Halbmarathons:

Durchschnittliche Herzfrequenz:  173 S/min
Maximale Herzfrequenz:            196 S/min.
Dauer der Aufzeichnung:           2:36:00
Effektive Laufzeit:                     2:17:34
Distanz:                                  21km
Kalorienverbrauch:                    2086 kcal

Gratulation an alle die schneller als ich waren und auch das Ziel erreicht haben.
Ein sehr grossen Respekt habe ich aber vor allen die, den ganzen Marathon in Militärausrüstung und mit dem Gewehr auf dem Rücken absolvierten!

Herzlichen Dank an Andi für die immer lustigen Trainingseinheiten und das warten während dem Lauf, an meine Freundinn Maya für die Verpflegung, an die Läufer und Läuferinnen der Kanti Wil und allen Zuschauern die so lange auf uns gewartet hatten!

Da für die schweizerische Krebsliga nicht so viel herausgeschaut hat, hatte ich den Betrag etwas Aufgerundet und 200.- Fr. gespendet!